Bewusste Entscheidungen verändern die Umwelt | Kleiner Leitfaden für nachhaltigen Konsum

Ob Smartphone, Laptop oder Router: IKT-Geräte sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Doch ihre Herstellung, Nutzung und Entsorgung verbrauchen wertvolle Ressourcen und belasten Umwelt sowie Klima.

Diese Guideline zeigt daher, wie Sie bewusstere Entscheidungen treffen können, um den Ressourcenverbrauch digitaler Geräte zu reduzieren, ihre Lebensdauer zu verlängern und ihren ökologischen Fußabdruck insgesamt zu verringern.

Denn schon kleine Veränderungen im Alltag helfen, Energie zu sparen und wertvolle Rohstoffe in den Kreislauf zurückzuführen. Dazu gehört etwa, den Akku schonend zu laden, Software aktuell zu halten, Geräte sorgfältig zu behandeln oder defekte Komponenten reparieren zu lassen. Ebenso wichtig ist es, ausgediente Hardware zeitnah und fachgerecht abzugeben, damit wertvolle Materialien zurückgewonnen werden können. Einen Überblick über konkrete Möglichkeiten und praktische Handlungstipps finden Sie hier.

Anschaffung

Was kann vor oder während des Kaufs beachten werden?

Der Kauf von bereits gebrauchten Geräten spart Emissionen und Energie bei der Herstellung. Ein neues Smartphone hat ein Global Warming Potential von ca. 43 kg CO₂-eq (Quelle  Life Cycle Assessment of the Fairphone 4, Fraunhofer IZM) bei der Herstellung. Der Großteil dieser Herstellungs-Emissionen entfällt bei refurbished Geräten, da für diese wesentlich weniger neue Ressourcen eingesetzt werden. Zwar müssen die Altgeräte aufbereitet werden, jedoch sind die Emissionen, die dabei entstehen, nur ein Bruchteil dessen, was bei der Herstellung von Neugeräten anfällt.

Das Speichervolumen eines Chips hat einen signifikanten Einfluss auf den CO₂-Fußabdruck. Größere Speichervolumen führen in der Regel zu einer größeren Chipfläche, was den CO₂-Ausstoß während der Herstellung erhöht. Da ein Großteil der Daten bereits in der Cloud gespeichert wird, sind große lokale Speicherlösungen zunehmend verzichtbar, was potenziell den Bedarf an lokalem Speicher und damit den damit verbundenen CO₂-Fußabdruck verringern kann.

Modularität erlaubt den Austausch einzelner Komponenten. Wichtig ist dabei die Amortisationszeit, also wie lange ein Gerät genutzt werden muss, damit sich die Umweltbelastung durch Reparatur oder Austausch durch geringere jährliche Emissionen ausgleicht. Der Austausch kleinerer, weniger umweltkritischer Teile amortisiert sich schneller, bei zentralen Komponenten wie dem Core dauert es länger. Z. B. liegt die Amortisationszeit für den Batteriewechsel bei etwa 55 Tagen. Was bedeutet, dass sich ein Batterietausch umwelttechnisch bereits ab 55 zusätzlichen Tagen Nutzung deines Smartphones lohnt.

Achten Sie auf Labels, um sparsame und umweltfreundliche Geräte zu erkennen.

EU-Energielabel: Gibt Auskunft über den Stromverbrauch (A bis F)

Energy Star: Bewertet die Energieeffizienz von Geräten

TCO Certified: Nachhaltigkeitszertifizierung für IT-Produkte

Blauer Engel: Deutsches Umweltkennzeichen für Produkte und Dienstleistungen

EU-ECO-Label: Europäisches Umweltkennzeichen für Verbrauchsprodukte

Längere Lebensdauer durch höhere Qualität. Wählen Sie Geräte mit langer Lebensdauer – so werden häufige Neukäufe vermieden und die Umwelt sowie der Geldbeutel geschont.  Achten Sie auf qualitativ hochwertige Geräte, die Sie möglichst lange nutzen können.

Leihen Sie selten genutzte Geräte an Familienmitglieder, Freund:innen oder Nachbar:innen aus. So schonen Sie wertvolle Rohstoffe. Wenn Sie ein Gerät nur vorübergehend benötigen, können Leasing- oder Mietangebote eine gute Alternative zum Kauf sein.

Suffizienz bedeutet, Ressourcen verantwortungsvoll zu nutzen und den Konsum zu minimieren, um überflüssige Käufe und Verschwendung zu vermeiden.
Überlegen Sie bei einem Kauf bewusst, ob Sie das Produkt wirklich brauchen. Informieren Sie sich über umweltfreundliche Alternativen.
Good to know: Die Anzahl an IKT-Geräten in Haushalten hat im letzten Jahrzehnt zugenommen, wobei die gemeinschaftliche Nutzung abnimmt. (Quelle)

Nutzung

Was kann während der Nutzung getan werden?

Batterie schonen
Softwareupdates durchführen
Sorgsamer Umgang
Reparieren statt neukaufen

Entsorgung

Wie können Altgeräte richtig entsorgt werden?

Eine zeitnahe Entsorgung stellt sicher, dass ein Gerät repariert, weitergenutzt oder fachgerecht recycelt werden kann. Die Aufbewahrung unbenutzter Elektrogeräte zu Hause verhindert hingegen sowohl ihre mögliche Weiterverwendung als auch das Recycling der darin enthaltenen wertvollen Rohstoffe.

Good to know: Millionen von Smartphones, Laptops und Tablets bleiben in deutschen Haushalten ungenutzt. (Quelle Bitkom)

Elektro- und Elektronikgeräte dürfen keinesfalls über den Hausmüll, Verpackungsmüll, Sperrmüll oder Metallschrott entsorgt werden, da sie Schadstoffe enthalten können und wertvolle Ressourcen verloren gehen würden.

Eine fachgerechte Entsorgung alter Elektrogeräte kann kostenlos bei kommunalen Sammelstellen wie Wertstoffhöfen oder Schadstoffmobilen abgeben werden. In einigen Kommunen gibt es zudem Sammelcontainer für Kleingeräte an öffentlichen Plätzen oder es wird eine sperrmüllbegleitende Abholung angeboten

Große Händler sind bei einem Neukauf von Elektrogeräten verpflichtet, Altgeräte kostenlos zurückzunehmen. Kleine Elektrogeräte müssen sie auch dann annehmen, wenn kein neues Gerät gekauft wird.

Altgeräte die zwar funktionieren, die aber nicht mehr gebraucht werden, können verschenkt oder gespendet werden, um ihre Lebensdauer zu verlängern.

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