GreenClean | Ein Green ICT Space-Projekt mit intelligent fluids GmbH

Projektstart: 01.09.2024
Projektpartner: 1

Wasserbasierte Reinigungsformulierungen bieten eine umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen, erdölbasierten Lösungsmitteln in der Halbleiterproduktion. Sie ermöglichen die Entfernung von Fotolacken und Rückständen auf Wafern, ohne die Umwelt oder die Gesundheit zu belasten. Ziel des dargestellten Projekts war daher, diese nachhaltigen Reinigungsprozesse in Reinraumumgebungen zu testen, ihre Materialverträglichkeit und Automatisierbarkeit zu prüfen sowie den ökologischen Fußabdruck der neuen Prozesse zu analysieren.

Das Projekt wurde im Rahmen des Green ICT Space umgesetzt. Mit diesem Programm unterstützte das Kompetenzzentrum Green ICT @ FMD technologieorientierte Start-ups und KMU dabei, die ökologischen Auswirkungen ihrer Produkte zu bewerten, praxisnahe Werkzeuge zur Ökobilanzierung zu nutzen und ihre Ressourcen- und Energieeffizienz zu steigern. Gleichzeitig profitieren die Teilnehmer:innen von Expertenwissen, erhöhter Sichtbarkeit und der Möglichkeit, ihre nachhaltigen Lösungen transparent zu kommunizieren.

©Adobe Stock | Montri Thipsorn

Zielsetzung

Das Ziel des Vorhabens besteht darin, eine umweltfreundliche, wasserbasierte Alternative zu den derzeit verwendeten erdölbasierten umwelt- und gesundheitsgefährdenden Lösungsmittel-Prozessen in der Halbleiterindustrie zu evaluieren. Im Projekt sollen mehrere wesentliche Schritte unternommen werden, um die Reinraumfähigkeit, Funktion und Automatisierbarkeit der nachhaltigen, wasserbasierten Reinigungslösungen sicherzustellen und deren ökologisches Einsparpotenzial entlang der Prozesskette zu bewerten. Die Notwendigkeit aggressiver chemischer Zusätze und umfangreicher Abwasseraufbereitungen soll eliminiert werden, um den gesamten Reinigungsprozess nachhaltiger und umweltfreundlicher zu gestalten.

©intelligent fluids GmbH

Evaluierung und Automatisierung

Die intelligent fluids GmbH hat eine innovative Phasenfluid-Technologie entwickelt, um Fotolacke und deren Rückstände nach Strukturierungsprozessen effektiv und rückstandslos zu entfernen. Im Green ICT Space-Projekt sollen nun Fluide, unterstützt durch ein produktionsnahes Waferhandling-System für 300 mm Wafer, in den Reinraum  eingebracht und an industrie-relevanten Strukturen erprobt werden.

Dazu wird die intelligent fluids GmbH die optimalen Formulierungen auswählen und Materialkompatibilitätsuntersuchungen sowie Fluidcharakterisierungen unterstützen. Zudem wird der CO₂-Fußabdruck der ausgewählten Reinigungsformulierung spezifiziert. Das Fraunhofer IPMS CNT stellt 300 mm-Testsubstrate, technischen Support im Reinraum und ein Nasschemie-Tool auf Industriestandard bereit. Gemeinsam werden die Partner Daten zur Prozessperformance und zum CO₂-Fußabdruck sammeln, vergleichen und die Ergebnisse publizieren. Ziel ist ein Vergleich der Fluide zu herkömmlichen Reinigungsprozessen und die Technologie für den Einsatz in Halbleiterfabriken zu evaluieren.

Ökologische Einsparpotenziale

Die ökologischen Einsparpotenziale des Projekts sind vielversprechend und vielfältig. Durch den Ersatz erdölbasierter Lösungsmittel durch wasserbasierte Formulierungen können erhebliche Reduktionen im CO₂-Ausstoß und Energieverbrauch erwartet werden. Ein wesentlicher Hebel zur Optimierung der Ökobilanz liegt in der Erhöhung des Wassergehalts der Fluide, der in vergangenen Experimenten bereits erheblich gesteigert werden konnte. Zudem können durch die Identifikation optimaler Tensid-Systeme und den Einsatz nachwachsender Rohstoffe weitere ökologische Vorteile erzielt werden. Der Tensid-Gehalt soll minimal gehalten werden, und auch die Ölkomponente kann auf nachwachsende Rohstoffe optimiert werden.

Ein großes Potenzial besteht bei den Aktivatoren, die einen bedeutenden Anteil der Formulierung ausmachen, da neue, nachhaltige Rohstoffe auf den Markt drängen. Wesentliche Prozessparameter wie Prozess- und Spülzeit, Wasser- und Energieverbrauch, Verbrauch des intelligent fluid-Mediums sowie der Wartungsaufwand und Durchsatz werden ebenfalls maßgeblich zur Berechnung der Ökobilanz beitragen. Dadurch soll eine detaillierte Datenbasis geschaffen werden, um das CO₂-Einsparpotenzial genau zu quantifizieren und die Umweltbelastung signifikant zu reduzieren.

Nachhaltigkeit als neues Verkaufsargument und Wachstumstreiber

Nach Abschluss des Projekts eröffnen sich vielfältige Verwertungsmöglichkeiten der Ergebnisse sowie Chancen zur Weiterentwicklung. Die Ökobilanz stellt für intelligent fluids GmbH ein Alleinstellungsmerkmal dar. Durch die gewonnenen Daten kann die Produktimplementierung bei Kunden fundierter unterstützt werden. Zudem steigert sich durch die neuen Rezepturentwicklungen und Prozessoptimierungen die Qualität der Produkte deutlich.

©Adobe Stock | Montri Thipsorn

Space-Projekt auf einem Blick

Laufzeit

01.09.2024 – 31.08.2025

Projektpartner

intelligent fluids GmbH, Fraunhofer IPMS

Ziele

  • Entwicklung und Evaluierung nachhaltiger, wasserbasierter Reinigungsformulierungen für die Halbleiterproduktion
  • Entfernung von Fotolacken und Rückständen auf Wafern ohne gesundheitsschädliche oder umweltbelastende Lösungsmittel
  • Sicherstellung der Reinraumtauglichkeit, Materialkompatibilität und Automatisierbarkeit der neuen Reinigungsprozesse
  • Analyse und Quantifizierung des ökologischen Fußabdrucks (CO₂‑Bilanz) der Formulierungen und Prozesse
  • Vergleich der nachhaltigen Reinigungsprozesse mit herkömmlichen erdölbasierten Verfahren

Förderung

Im Rahmen des Kompetenzzentrums Green ICT @ FMD

An GreenClean beteiligte FMD.institute