Wassergestütztes Laser-Trennen von SiC-Bauteilen zur Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks | Ein Green ICT Space-Projekt mit der LIDROTEC GmbH

Projektstart: 09.2024
Projektpartner: 1

Die steigende Nachfrage nach leistungsfähigen Halbleitern erhöht den Druck, energie- und ressourcenintensive Fertigungsschritte nachhaltiger zu gestalten. Das Projekt SiC‘OWL-CO₂ setzt genau hier an. Mit einem wassergestützten Ultrakurzpuls-Laserverfahren zur Trennung von SiC-Bauteilen soll der Ressourcenverbrauch gesenkt und der CO₂-Fußabdruck in der Halbleiterproduktion reduziert werden.

Das Projekt wurde im Rahmen des Green ICT Space umgesetzt. Mit diesem Programm unterstützte das Kompetenzzentrum Green ICT @ FMD technologieorientierte Start-ups und KMU dabei, die ökologischen Auswirkungen ihrer Produkte zu bewerten, praxisnahe Werkzeuge zur Ökobilanzierung zu nutzen und ihre Ressourcen- und Energieeffizienz zu steigern. Gleichzeitig profitieren die Teilnehmer:innen von Expertenwissen, erhöhter Sichtbarkeit und der Möglichkeit, ihre nachhaltigen Lösungen transparent zu kommunizieren.

©Adobe Stock | Montri Thipsorn

Zielsetzung

Das Projekt zielt darauf ab, den ökologischen Fußabdruck zu verringern, indem die Energie- und Ressourceneffizienz bei der Separation von elektronischen Bauelementen für High-Power-Anwendungen erhöht wird.

Die Innovation der Projektidee liegt in der Entwicklung einer Prozesslösung und eines Gesamtsystems, das die Trennung von Halbleiterchips mittels Ultrakurzpuls-Laser in Flüssigkeit ohne den Einsatz von Trennscheiben ermöglicht. Dieses Verfahren vermeidet die Redeposition abgetragenen Materials, erfüllt fertigungstaugliche Spezifikationen und erzeugt qualitativ hochwertige Kanten, wodurch Technologievorhalte und Wechselwirkungen mit den Chips reduziert werden.

Benchmarking und Evaluierung des Verfahrens

©LIDROTEC GmbH

Das Team fokussiert sich auf das Benchmarking der Technologie im Vergleich zum Wettbewerb sowie die Identifikation von Spezifikationen und Prozessfenstern, welche die Ressourceneffizienz der Technologie hervorheben. Genauer gesagt umfasst das Projekt die Herstellung und Bereitstellung von Testwafern, die Evaluierung des LidroCUT®-Verfahrens, die Charakterisierung der vereinzelten Testmuster und das Benchmarking mit existierenden Technologien sowie die Erfassung des CO₂-Footprints der Trennverfahren.

Die Testwafer werden in verschiedenen Dicken und produktrelevanten Schichtstapelzusammensetzungen präpariert und die Qualität der Vereinzelung sowie deren Auswirkungen auf die Bauelementeigenschaften bewertet.

Ressourceneinsparungen durch innovatives Trennverfahren

Durch die Anwendung des Ultrakurzpuls-Laserverfahrens in Flüssigkeit anstelle von traditionellen Trennscheiben wird der Verschleiß von Sägeblättern und der damit verbundene Ressourcenverbrauch minimiert. Zudem ermöglicht das Verfahren eine effizientere Nutzung der aktiven Fläche der Bauelemente und eine Wiederaufbereitung sowie Re-Nutzung von Prozessmedien. Insgesamt führt dies zu einer höheren Ressourceneffizienz und einer deutlich geringeren ökologischen Belastung.

Verbreitung und Weiterentwicklung der entwickelten Systemlösung

Nach Projektende plant Lidrotec durch die positiven Projektergebnisse die Markteintrittsbarrieren in der Halbleiterindustrie zu senken und die ressourcensparende Technologie schnell einzuführen. Dies wird den CO₂-Fußabdruck des wachsenden SiC-Marktes und anderer Halbleitermärkte wie Si, GaN, AlN und InP erheblich reduzieren.

Darüber hinaus besitzt die Technologie das Potenzial, in anderen Industrien wie der Medizintechnik, Automobilbranche und Luft- und Raumfahrt den CO₂-Fußabdruck zu verringern.

Der kooperative Einsatz des wassergestützten Laser-Trennens im Fraunhofer IISB Reinraum wird weiterführende Evaluierungen und Qualifizierungen ermöglichen. Fraunhofer IISB wird die eruierten topologischen und elektrischen Eigenschaften für den Einsatz in zukünftigen Chiptechnologien bewerten.

©Adobe Stock | Montri Thipsorn

Space-Projekt auf einem Blick

Laufzeit

01.09.2024 – 31.08.2025

Projektpartner

LIDROTEC GmbH, Fraunhofer IISB

Ziele

  • Erhöhung der Energie- und Ressourceneffizienz bei der Separation von elektronischen Bauelementen für High-Power-Anwendungen
  • Benchmarking und Evaluierung des Ultrakurzpuls-Laser-in-Flüssigkeit-Verfahrens
  • Erfassung und Vergleich des CO₂-Footprints verschiedener Trennverfahren
  • Potenzialanalyse zur Weiterentwicklung und industriellen Verbreitung der Technologie

Förderung

Im Rahmen des Kompetenzzentrums Green ICT @ FMD

An Laser-Trennen beteiligte FMD.institute