#Chip Happens-Podcast: Staffel 4, Folge 8 | Sensoren am Körper: Ernährung im Blick

Der Podcast »Chip Happens – Kleine Dinge, die alles verändern« von Chipdesign Germany beleuchtet die Bedeutung von Mikroelektronik, Sensorik, Funktechnologien und künstlicher Intelligenz für die Bewältigung gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und technologischer Herausforderungen. In der vierten Staffel mit dem Titel »Farm to Fork« steht die gesamte Wertschöpfungskette der Ernährung im Fokus. Die Staffel untersucht, wie technologische Innovationen von der landwirtschaftlichen Erzeugung über die Verarbeitung bis zum Endverbrauch dazu beitragen können, die Lebensmittelproduktion und -versorgung langfristig zu sichern.

©Fraunhofer Mikroelektronik

Staffel 4, Folge 8 | Sensoren am Körper: Ernährung im Blick

 

Diese Folge beschäftigt sich mit der Gegenwart und Zukunft des Ernährungstrackings. Obwohl es zahlreiche Wege gibt, sich mit seiner Ernährung auseinanderzusetzen, ist es bis heute kaum möglich, die tatsächliche Nahrungsaufnahme wirklich präzise zu erfassen. Wie lassen sich Daten zu Makro- und Mikronährstoffen also künftig zuverlässiger sammeln? Dr. Maren Podszun, Ernährungswissenschaftlerin im Fachgebiet Biofunktionalität der Lebensmittel an der Universität Hohenheim, erläutert im Gespräch mit dem Wissenschaftsjournalisten und Podcaster Sven Oswald, wie das Tracking der Zukunft aussehen kann und welche Rolle Mikroelektronik dabei einnimmt. Dabei gilt allerdings: Nicht jede Mahlzeit muss zur Datenspur werden. Ernährungstracking kann bei konkreten gesundheitlichen oder wissenschaftlichen Fragestellungen wertvolle Informationen liefern, ist aber weder für alle Menschen notwendig noch ein Maßstab für eine »richtige« Ernährung.

Worum geht es in der Folge?

Dr. Maren Podszun über Wechselwirkung zwischen Sensorik und menschlichem Essverhalten

Situation:

Die direkte Messung von Daten aus dem Körper ist bislang nur eingeschränkt möglich. Bildet der Blutglukose-Monitor noch eine Ausnahme, können Wearables wie Fitnesstracker schon nur indirekte Daten sammeln. Um die eigene Ernährung zu erfassen, ist deshalb das Tracking per App derzeit die praktikabelste Lösung. Dank eingebauter KI können so genauere Daten zu Makro- und Mikronährstoffen erfasst werden. Auch Chatbots können helfen, sich gesund zu ernähren.

Problemstellung:

Digitale Anwendungen können ungenau sein. Den Chatbots fehlen oft Daten, um besondere Ernährungsweisen wie bei einer Schwangerschaft wirklich gut tracken zu können. Je spezifischer die Ernährungsweise wird, desto weniger können Chatbots benennen, ob das Gegessene gesund ist oder nicht. Besonders auf Mikronährstoffe wie Vitamine achten Chatbots nur wenig. Tracken wird auch dann zum Problem, wenn nicht Erwachsene diejenigen sind, die ihre Nährstoffe überprüfen wollen, sondern wenn auf die Nährstoffversorgung von Babys und Kleinkindern geschaut werden soll.

Lösungsansätze / Innovationspotenziale:

Aktuell ist die Forschung bemüht, frei verfügbare Chatbots mit Daten zu gesunder Ernährung zu überprüfen, zu trainieren und Prompts zu untersuchen. Ein weiterer, deutlich genauerer Weg zur Überprüfung der Nährstoffversorgung sind allerdings Bluttests. Da bei Babys Blut jedoch nicht gut abgenommen werden kann, wird hier ein anderes Biofluid benötigt, nämlich Urin. So können Biomarker gemessen werden, was allerdings sehr aufwendig ist. Daher wird mithilfe von Mikroelektronik an einem Tool gearbeitet, um den Urin aus Windeln zu extrahieren und dann zu untersuchen, ob die Ernährungsweise des Babys gesund ist.

Weiterer Forschungs-/Entwicklungsbedarf:

Es wäre sinnvoll, Windeln zu entwickeln, die den Urin und die Nährstoffversorgung tracken können. Diese würden ähnlich funktionieren wie ein Coronatest. Langfristig könnte dabei mit mikroelektronischen Sensoren gearbeitet werden, die im Urin klar auftrennen können, welche Substanzen enthalten sind und welche von Relevanz sind, um die Nähstoffversorgung zu bestimmen.

Die Wechselwirkung zwischen Sensorik und menschlichem Essverhalten steckt noch in den Kinderschuhen. Mithilfe der modernen Mikroelektronik kann es künftig jedoch möglich sein, sehr detaillierte Informationen über individuelle Ernährungsgewohnheiten, die über die Erkenntnisse von Tracking-Apps hinausgehen, herauszufinden. Die vollständige Podcast-Episode steht auf Spotify zum Abruf bereit:

In der nächsten Folge von »Chip Happens« liegt der Fokus auf dem Thema neue Lebensmittelproduktion mit Mikroelektronik.

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