Circular Economy – Designprozess Grundlagen | Green ICT Courses

In diesem Video der Green ICT Courses gibt Ronja Scholz, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fraunhofer IZM, einen Überblick über Grundlagen des nachhaltigen Designprozesses. Dabei zeigt sie auf, welche Herausforderungen im Produktdesign bestehen und wie Methoden zur Entwicklung nachhaltiger Produkte angewendet werden können. Das Video bildet nach der Einführung in die Kreislaufwirtschaft den zweiten von drei aufeinander aufbauenden Teilen. Im abschließenden dritten Teil stehen konkrete Werkzeuge und Methoden im Bereich Circular Economy im Fokus.

Chancen und Grenzen nachhaltiger Produktdesigns

Nachhaltigkeitsaspekte im Produktdesign lassen sich nicht zu jedem Zeitpunkt gleichermaßen bewerten oder steuern. Zu Beginn eines Entwicklungsprozesses bestehen zwar umfassende gestalterische Freiräume; gleichzeitig fehlen jedoch belastbare Daten, um ökologische Auswirkungen fundiert beurteilen zu können.

Erst in späteren Entwicklungsstufen ermöglichen Methoden wie die Lebenszyklusanalyse (LCA) eine präzisere Bewertung – etwa in Bezug auf den CO₂-Fußabdruck. Zu diesem Zeitpunkt sind grundlegende Designentscheidungen bereits getroffen worden, wodurch nachträgliche Anpassungen erschwert werden.

Um sowohl ökologische Zielsetzungen als auch gestalterische Flexibilität zu gewährleisten, ist es daher essenziell, Nachhaltigkeitskriterien frühzeitig zu integrieren und kontinuierlich im Entwicklungsverlauf zu berücksichtigen.

©Fraunhofer IZM | Fraunhofer Mikroelektronik

Typischer Designprozess am Beispiel Kopfhörer

Wie wichtig es ist, Nachhaltigkeitsaspekte im Design zu berücksichtigen, lässt sich gut am Beispiel von Kopfhörern zeigen. Denn zwei zentrale Probleme treten bei diesen auf: 1. Kabellose Modelle gehen häufig verloren. 2. Die Lebensdauer eines Kopfhörers hängt an der Batterie. Fällt sie aus, werden die Kopfhörer unbrauchbar. Eine austauschbare Batterie könnte die Lebensdauer zwar verlängern, jedoch erschweren komplexe Materialkombinationen das Recycling. Daher gilt es, im Designprozess zu prüfen, wie sich austauschbare Batterien mit einer besseren Recyclingfähigkeit verbinden lassen.

Auch kabelgebundene Kopfhörer bringen in Hinblick auf die Nachhaltigkeit Herausforderungen mit sich. Sie enthalten zwar weniger Elektronik, verursachen jedoch einen hohen ökologischen Fußabdruck in der Produktion und werden oft aufgrund von Qualitätsmängeln frühzeitig entsorgt. Ziel eines nachhaltigen Designs sollte daher sein, kabelgebundene Modelle so zu gestalten, dass die Lebensdauer erhöht wird und der Ressourcenverbrauch minimiert bleibt.

Methoden und Instrumente

Für nachhaltige Designprozesse stehen verschiedene Werkzeuge zur Verfügung. Umwelt-Produktdeklarationen (EPDs), Lebenszyklusanalysen (LCAs) oder Checklisten, die Rückschlüsse auf ökologische Hotspots ermöglichen. Je nach Projektphase – von der Recherche über die Entwicklung bis zur finalen Evaluation – unterstützen sie bei der systematischen Umsetzung nachhaltiger Designprinzipien.

Mehr Informationen finden Sie im Video.

©Fraunhofer IZM

Ausblick

Im nächsten Video der Reihe werden konkrete Tools vorgestellt, die in den einzelnen Phasen des Designprozesses angewendet werden können, um Produkte zirkulär und ressourcenschonend zu entwickeln.

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